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29.07.2026 | Forsttechnik

Forstketten oder Forstbänder? So finden Sie die passende Lösung für Ihr Gelände 

Wenn eine Forstmaschine an einem durch Frost aufgeweichten Hang die Traktion verliert oder auf einem schlammigen Rückeweg bis zur Achse einsinkt, ist die falsche Ausstattung weit mehr als nur ein Ärgernis: Sie kostet Zeit, schädigt den Waldboden und verursacht vermeidbare Kosten. Die Wahl zwischen Forstketten und Forstbändern gehört zu den wichtigsten Ausstattungsentscheidungen für Forstbetriebe – und erhält dennoch oft weniger Aufmerksamkeit als die Wahl der Maschine selbst. 

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Faktoren bei dieser Entscheidung berücksichtigt werden sollten:

  • Gelände
  • Bodenbeschaffenheit
  • Jahreszeit
  • Maschinengröße
  • Umweltauflage  
Ein Forstharvester, der mit pewag-Forstketten ausgestattet ist, um Reifenverschleiß zu verringern

Was sind die Unterschiede zwischen Forstketten und Forstbändern? 

Bevor wir die verschiedenen Einsatzbedingungen betrachten, lohnt sich ein genauer Blick darauf, was in diesem Zusammenhang unter Forstketten und Forstbändern zu verstehen ist. Da sie für unterschiedliche Anforderungen, Maschinentypen und spezifische Einsatzbedingungen entwickelt wurden, handelt es sich bei Forstketten und Forstbändern nicht um austauschbares Equipment, sondern um eigenständige Lösungen. 

Forstketten bestehen aus einzelnen Stahlgliedern, die um den Reifen gelegt werden. Zusätzliche Greifelemente (Stollen) erhöhen die Traktion, indem sie sich in den Untergrund eingraben. Gleichzeitig schützen sie den Reifen vor Beschädigungen. Forstketten sind leichter und schneller zu montieren, verursachen geringere Anschaffungskosten und passen auf eine Vielzahl unterschiedlicher Reifengrößen, unabhängig vom Reifenhersteller. Die forstgrip-Produktreihe von pewag wurde beispielsweise speziell für anspruchsvolle Forsteinsätze auf Lehm, Schlamm, Gestein, Felsen und Eis entwickelt und kombiniert TitanGrip-Stahl mit bewährten Greifelementen für mehr Verschleißfestigkeit und Stabilität.  

Forstbänder umschließen hingegen den gesamten Reifen durch quer angeordnete Träger, die für Traktion sorgen und die an den Außenseiten durch ein Gliedsystem geführt werden. Bei den doppelachsigen duo-Bändern entsteht dadurch außerdem eine deutlich größere Aufstandsfläche, wodurch sich der Bodendruck reduziert, und die Traktion, je nach Untergrund, verbessert wird. Sie vereinen die Vorteile von Reifen und Raupenfahrwerken und eignen sich besonders für anspruchsvolle Einsatzbedingungen. Die bluetrack-Produktreihe von pewag gehört zu dieser Kategorie. Die asymmetrisch auf den Querträgern angeordneten starwave®-Stummel sorgen für noch besseren Grip und maximale Traktion auf unterschiedlichsten und anspruchsvollen Untergründen. 

Die Unterschiede von Forstketten und Forstbändern  

Forstbänder Forstketten
Erhöhen die Stabilität der Maschine  Unabhängig von Reifenmarke und Reifenverschleiß einsetzbar 
In der Regel bessere Traktion auf weichen Böden  Bessere Traktion auf harten Untergründen wie Eis und Fels 
Besserer Schutz des Waldbodens  Passen sich unebenem Gelände besser an 
Ideale Lösung für Bogie-Achsen  Geringere Breite und geringeres Gewicht erleichtern den Transport der Maschine auf der Straße 
Besserer Reifenschutz  Einfachere Reparatur 
In der Regel längere Lebensdauer als Forstketten  Geringerer Kraftstoffverbrauch 
Schonen die Reifen und verlängern deren Lebensdauer  Höherer Fahrkomfort 
Reifen einer Forstmaschine ohne Forstketten oder -bänder, der in sehr tiefem Schlamm feststeckt

Die Physik des Bodenkontakts bei Forsteinsätzen 

Um die richtige Wahl zu treffen, sollten Maschinenführer:innen zwei entscheidende Faktoren verstehen: Traktion (die Fähigkeit, Vortrieb zu erzeugen) und Flotation (die Fähigkeit, ein Einsinken in weichen Untergrund zu verhindern). Das Zusammenspiel dieser beiden Eigenschaften wird maßgeblich durch die Gewichtsverteilung auf der Aufstandsfläche bestimmt. 

Forstketten erhöhen die Traktion durch Greifelemente (Stollen), die sich insbesondere auf harten, vereisten oder felsigen Untergründen im Boden verankern. Dadurch verbessern sie den Vortrieb auch auf unebenem Gelände. Die Aufstandsfläche des Reifens verändert sich jedoch nur geringfügig. Auf weichen oder nassen Böden wirkt das Gewicht der Maschine daher weiterhin auf eine vergleichsweise kleine Fläche, wodurch der Bodendruck hoch bleibt. 

Forstbänder verteilen das Maschinengewicht hingegen auf eine deutlich größere Aufstandsfläche. Dadurch wird der Druck auf den Boden erheblich reduziert. Aus diesem Grund sind insbesondere Bogie- bzw. Duo-Forstbänder die bevorzugte Lösung auf weichen Böden: Sie verhindern ein Einsinken und tiefe Fahrspuren, reduzieren die Bodenverdichtung und minimieren Ausfallzeiten durch festgefahrene Maschinen. 

Grundsätzlich ist die Aufstandsfläche eines Forstbands für Bogie-Achsen deutlich größer als jene einer Forstkette. Die Stabilität der Maschine wird dabei insbesondere beim Transport schwerer Lasten erhöht. Dadurch können auch Einsatzbereiche erschlossen werden, die für Maschinen mit Forstketten nur eingeschränkt oder gar nicht zugänglich wären. Zusätzliche Stabilität entsteht durch das höhere Eigengewicht der Forstbänder, das den Schwerpunkt der Maschine absenkt.

Das Gelände als entscheidender Faktor bei der Wahl zwischen Forstketten und Forstbändern 

Harte, felsige oder gefrorene Böden 

Auf festen Untergründen wie felsigem Gelände, gefrorenen Waldböden oder verdichteten Rückewegen sind Forstketten die bevorzugte Wahl. Sie ermöglichen es dem Reifen, sich flexibel an unebenes Gelände anzupassen, während sich die Greifelemente (Stollen) in Unebenheiten der Oberfläche verankern. Dadurch entsteht die notwendige Traktion, um auch unter hoher Last ein Durchdrehen der Räder zu verhindern. 

Forstbänder bieten zwar unter anderen Einsatzbedingungen deutliche Vorteile, unterliegen auf abrasiven Untergründen jedoch einem höheren Verschleiß. Zudem bringt ihre größere Aufstandsfläche auf tragfähigem Boden nur einen geringen zusätzlichen Nutzen, da der Untergrund das Maschinengewicht bereits ausreichend trägt. Auf harten Böden überzeugen Ketten zusätzlich durch einen spürbar höheren Fahrkomfort gegenüber Forstbändern. 

Auf vereisten oder gefrorenen, schneebedeckten Böden sind Forstketten häufig die bessere Wahl. Die speziell geformten Greifelemente dringen zuverlässig in Eis und harten Schnee ein und sorgen für sicheren Halt, während Forstbänder mit ihrer größeren Aufstandsfläche unter diesen Bedingungen eher zum Rutschen neigen können. Die pewag forstgrip-Produktreihe wurde speziell für anspruchsvolle Einsätze auf Eis, Lehm und Schlamm entwickelt. Für besonders anspruchsvolle Anwendungen auf steinigem oder felsigem Untergrund bietet pewag innerhalb der forstgrip-Serie zudem Ausführungen mit geschmiedeten Komponenten an, die sich durch eine besonders hohe Verschleißfestigkeit und lange Lebensdauer auszeichnen. 

Forstgrip Essential Pro Forstkette von pewag

NEU  forstgrip essential pro – 16-mm-Forstkette mit geschmiedeten Komponenten und neu entwickelten starwave®-Schmiedeteilen für verbesserte Traktion und eine längere Lebensdauer bei anspruchsvollen Anwendungen.

Forstgrip Pro Forstkette von pewag

Verbesserte forstgrip pro – 16-mm-Forstkette mit neu entwickelten starwave®-Schmiedeteilen für verbesserte Traktion und eine längere Lebensdauer. Dank des hohen Anteils an geschmiedeten Komponenten im Laufnetz sowie der dichteren Netzkonstruktion eignet sie sich ideal für anspruchsvolle Einsätze auf steinigem und felsigem Gelände. 

Weiche, schlammige oder nasse Böden 

Auf weichen, moorigen oder nassen Böden spielen Bogie- bzw. Duo-Forstbänder ihre größten Stärken aus. Untergründe wie Moorböden, nasser Lehm oder aufgeweichte Rückegassen stellen Maschinen mit Forstketten vor große Herausforderungen. Die Räder sinken ein, verlieren Traktion und verursachen tiefe Fahrspuren, wodurch jeder weitere Arbeitsgang den Boden zusätzlich belastet. Raupenbänder verteilen das Maschinengewicht auf eine deutlich größere Aufstandsfläche. Dadurch wird das Einsinken reduziert, die Maschine bleibt auch unter schwierigen Bedingungen mobil und die Bodenbeanspruchung wird deutlich verringert. 

Die bluetrack wave-Produktreihe – einschließlich wave und wave wide mit besonders breiten Querträgern – wurde speziell für Einsätze auf weichen und nassen Böden entwickelt. Ihre große Aufstandsfläche maximiert den Auftrieb bzw. die Flotation und sorgt durch das ausgeklügelte Design gleichzeitig für eine optimale Selbstreinigung. 

Ein Forstharvester ist in einem schwedischen Wald im Einsatz und mit pewag-Forstketten ausgestattet

Steile Hänge  

Auf steilen Hängen oder in geneigtem Gelände beeinflussen Stabilität und Traktion maßgeblich die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Maschine. Besonders bei Fahrten quer zum Hang bieten Forstbänder aufgrund ihrer größeren Aufstandsfläche und des verbesserten Bodenkontakts durch ihre Stollen eine höhere Seitenstabilität als Forstketten. 

Die pewag bluetrack-Produktreihe bietet mit zwei Stollen pro Querträger sowie einem versetzten Design (offset Design) zusätzlichen Grip und erhöht die Stabilität auch unter anspruchsvollen Geländebedingungen. 

Das schwedische System zur Klassifizierung und Bonitierung von Forstgelände trägt diesem Umstand ausdrücklich Rechnung: Fahrten quer zu Hängen mit einer Neigung von mehr als 15° sollten nach Möglichkeit vermieden werden und erfordern, wenn sie unvermeidbar sind, eine sorgfältige Planung. Gerade unter solchen Bedingungen kann jeder zusätzliche Zugewinn an Stabilität entscheidend sein – hier sind Forstbänder Forstketten in der Regel überlegen. 

Forstketten sind hingegen weiterhin eine sehr gute Wahl, wenn Maschinen entlang der Falllinie, also bergauf oder bergab, eingesetzt werden. In diesen Situationen steht vor allem eine hohe Traktion im Vordergrund, während die Seitenstabilität eine geringere Rolle spielt. Zudem verlaufen Arbeiten in sehr steilem Gelände häufig entlang bestehender Rückewege oder Fahrspuren, wodurch eine maximale Flotation meist weniger entscheidend ist. 

Wechselnde Einsatzbedingungen innerhalb eines Arbeitsbereichs 

In der Praxis herrschen bei Forsteinsätzen nur selten einheitliche Bodenverhältnisse. So können beispielsweise innerhalb eines einzigen Arbeitsbereichs gefrorene Böden an schattigen Hanglagen, durchnässte Senken, felsige Abschnitte und weiche organische Böden unmittelbar aufeinanderfolgen. Gerade unter solchen Bedingungen ist die richtige Wahl der Ausstattung ein entscheidender Erfolgsfaktor. 

Viele erfahrene Maschinenführer:innen verfügen sowohl über Forstketten als auch über Forstbänder und wählen je nach Jahreszeit und Einsatzgebiet die passende Lösung. Andere entscheiden sich für eine Lösung, die auf die überwiegend vorherrschenden Bodenverhältnisse abgestimmt ist, und nehmen in weniger häufig auftretenden Einsatzsituationen geringere Leistungseinbußen in Kauf. 

Mit ihrem breiten Produktportfolio bietet pewag für nahezu jede Anforderung die passende Lösung: von der bluetrack essential für leichtere Maschinen und Nachrüstungen über die bluetrack als vielseitige Allround-Lösung bis hin zur bluetrack+-Serie für anspruchsvollere und schwere Anwendungen sowie lange Fahrtstrecken. Diese überzeugt durch hohe Verschleißbeständigkeit, erhöhten Fahrkomfort und maximale Stabilität. 

Schwedens Forstwirtschaft: Eine außergewöhnliche Vielfalt auf engstem Raum 

Schweden eignet sich hervorragend als Fallbeispiel, da die forstwirtschaftlichen Einsatzbedingungen außergewöhnlich anspruchsvoll und vielfältig sind. Rund 70 % der Landesfläche sind von Wäldern bedeckt, wobei produktive Waldflächen den größten Teil der Landnutzung ausmachen. Die boreale Landschaft Schwedens ist geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher Gelände- und Vegetationstypen – von produktiven Nadelwäldern über Moore und Feuchtgebiete bis hin zu felsigen Flächen und subalpinen Regionen.

Die Herausforderung der Geländeklassifizierung  

Die schwedische Forstwirtschaft verfügt über eines der weltweit detailliertesten Systeme zur Klassifizierung von Gelände. Dabei werden unter anderem Bodenverhältnisse, Oberflächenbeschaffenheit und Hangneigung bewertet. Die Tragfähigkeit des Bodens wird maßgeblich von Faktoren wie Bodenart, Feuchtigkeitsgehalt und Vegetation beeinflusst und kann je nach Region erheblich variieren. 

Im Norden Schwedens (Norrbotten, Västerbotten und Jämtland) prägen lange Winter, flachgründige organische Böden auf Felsuntergrund sowie weitläufige Moorlandschaften die Einsatzbedingungen. Im Süden Schwedens dominieren hingegen schwerere Lehmböden, mildere Winter und Bedingungen, die den mitteleuropäischen Forstverhältnissen stärker ähneln. Die zentralen Landesteile weisen wiederum sehr unterschiedliche, saisonabhängige Bodenverhältnisse auf und stellen dadurch hohe Anforderungen an die eingesetzte Technik und die Erfahrung der Maschinenführer:innen. 

Die Herausforderung durch kürzere Frostperioden 

Traditionell wurde ein großer Teil der Holzernte in Schweden – insbesondere im Norden – in den Wintermonaten durchgeführt. Gefrorene Böden boten eine natürliche Tragfähigkeit und ermöglichten den Einsatz schwerer Forstmaschinen auf Flächen, die in den Sommermonaten durch tiefe Fahrspuren und Bodenverdichtungen erheblich beeinträchtigt würden. Über viele Jahre hinweg waren Forstketten die bevorzugte Ausstattung für Forstmaschinen im Winter, da sie auf vereisten und schneebedeckten Untergründen eine zuverlässige Traktion gewährleisteten. 

Diese Rahmenbedingungen verändern sich jedoch zunehmend. Aktuelle Klimaforschung zeigt, dass eine höhere Bodenfeuchtigkeit im Winter und seltener auftretende Frostperioden in einigen Regionen die Tragfähigkeit der Böden bereits spürbar verringern. Gleichzeitig verkürzt sich das Zeitfenster mit dauerhaft gefrorenem Boden – insbesondere in Südschweden. 

Dadurch verlagern sich Forsteinsätze immer häufiger in Übergangszeiten, in denen die Böden weder ausreichend gefroren noch vollständig abgetrocknet sind. Gerade unter diesen schwierigen Bedingungen gewinnt eine hohe Flotation, also die Fähigkeit, das Maschinengewicht auf eine möglichst große Aufstandsfläche zu verteilen und ein Einsinken zu verhindern, zunehmend an Bedeutung.

Ein Forstharvester ist in einem schwedischen Wald im Einsatz und mit pewag-Forstketten ausgestattet

Bodenverdichtung und Umweltauflagen  

Die schwedischen Vorschriften zum Schutz des Waldbodens gehören zu den strengsten in Europa. Besonders die Entstehung von Fahrspuren, Bodenverdichtungen und Schäden in sensiblen Uferbereichen wird genau überwacht. Forstbetriebe sind daher nicht nur verpflichtet, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, sondern stehen auch in der Verantwortung, die Auswirkungen ihrer Arbeiten auf Boden und Umwelt so gering wie möglich zu halten. 

Untersuchungen aus der schwedischen Forstwirtschaft zeigen, dass insbesondere Bodenart, Bodenfeuchtigkeit, Befahrungsintensität sowie der Ausbau und Zustand der Rückewege einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Fahrspuren haben. 

Forstbänder reduzieren die Fahrspuren im Vergleich zu Forstketten deutlich und gewinnen daher insbesondere bei Einsätzen während nasser Witterungsperioden oder in ökologisch sensiblen Bereichen zunehmend an Bedeutung. Auch bei Arbeiten in der Nähe von Gewässern sind sie häufig die bevorzugte Wahl. Dort gelten strenge Vorgaben zum Schutz von Gewässern und Waldböden, sodass eine möglichst geringe Bodenbeeinträchtigung von zentraler Bedeutung ist.

Saisonale Strategie: Worauf schwedische Forstbetriebe setzen 

In der Praxis verfolgen viele erfahrene schwedische Forstbetriebe eine saisonabhängige Strategie und passen die Ausstattung ihrer Maschinen an die jeweiligen Einsatzbedingungen an: 

Winter (gefrorene Böden, Schnee und Eis): Forstketten – insbesondere die forstgrip pro mit geschmiedeten Komponenten – bieten maximale Traktion auf harten, vereisten Untergründen, bei denen Grip wichtiger ist als eine große Aufstandsfläche.

Frühjahr (Tauperiode) und Herbst (nasse Witterung): Forstbänder – insbesondere bluetrack duo wave – sorgen auf weichen und wassergesättigten Böden für eine hohe Flotation, erhalten die Mobilität der Maschine und reduzieren die Bodenbeanspruchung. 

Sommer (trockene Bedingungen): Auf tragfähigen, trockenen Böden reichen häufig leichte Forstketten oder sogar Reifen ohne zusätzliche Ausstattung aus. Schwerere Systeme kommen vor allem in steilem Gelände oder auf feuchten Bodenabschnitten zum Einsatz. 

Ganzjährig felsiges Gelände: Die forstgrip-Produktreihe mit verschleißfesten Greifelementen eignet sich besonders für abrasive Einsatzbedingungen, bei denen eine hohe Verschleißfestigkeit wichtiger ist als eine maximale Flotation. 

Diese Flexibilität ist nur möglich, weil moderne Forstketten- und Forstbandsysteme direkt im Wald und ohne Spezialwerkzeug montiert bzw. demontiert werden können. Die pewag bluetrack-Produktreihe wurde speziell für eine einfache Montage entwickelt, sodass ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Ausstattungen auch während der Saison problemlos möglich ist. 

Maschinengröße und Maschinengewicht als Entscheidungsfaktoren 

Die Wahl zwischen Forstketten und Forstbändern hängt auch von der Größe und dem Gewicht der eingesetzten Maschine ab. Leichtere Forstmaschinen weisen ein anderes Verhältnis von Gewicht zu Aufstandsfläche auf als schwere Rücke- oder Erntemaschinen. Entsprechend unterscheiden sich auch die Anforderungen an die optimale Ausstattung. 

Für leichte bis mittelschwere Maschinen bietet die pewag bluetrack essential-Produktreihe einen kosteneffizienten Einstieg in die Welt der Forstbänder. Mit zwei versetzt angeordneten Stollen pro Querträger und dem charakteristischen starwave®-Profil sorgt sie für eine hohe Traktion und ausgezeichnete Geländegängigkeit – bei gleichzeitig attraktiven Anschaffungskosten. Durch die reduzierte Anzahl an Querträgern wird zudem eine effektive Selbstreinigung erreicht. Dank ihres vergleichsweisen geringen Eigengewichts erleichtert die bluetrack essential außerdem den Straßentransport der Maschinen und eignet sich ideal als Nachrüstlösung für bestehende Fahrzeuge. 

Für schwere Maschinen, insbesondere Forwarder im anspruchsvollen Rückeeinsatz auf steilem, weichem oder wechselndem Gelände, wurde die pewag bluetrack+-Produktreihe entwickelt. Zwei versetzt angeordnete Stollen pro Querträger, die starwave®-Profilgeometrie und hochwertig einsatzgehärtete Verbindungselemente sorgen für eine maximale Lebensdauer und Zuverlässigkeit – selbst unter härtesten Einsatzbedingungen, in denen ungeplante Stillstände keine Option sind. Zusätzliche Querträger erhöhen den Fahrkomfort und verbessern durch das höhere Eigengewicht gleichzeitig die Stabilität der Maschine. Gleichzeitig zeichnet sich die bluetrack+ durch eine besonders lange Lebensdauer aus und trägt so dazu bei, die Gesamtbetriebskosten nachhaltig zu senken. Für bestimmte Querträgertypen ist zusätzlich eine ST-Version (strong) erhältlich. Diese verfügt über nochmals verstärkte Querträger und eignet sich insbesondere für schwerste Maschinen sowie extrem anspruchsvolle Einsatzbedingungen. Verfügbar für pewag bluetrack und pewag bluetrack+. 

Ein praktischer Entscheidungsleitfaden für die Wahl der richtigen Traktionslösung 

Bei der Entscheidung zwischen Forstketten und Forstbändern helfen fünf zentrale Fragen: 

1. Wie hoch ist die Tragfähigkeit des Bodens? Harte, gefrorene oder felsige Böden sprechen für Forstketten. Weiche, nasse oder organische Böden hingegen profitieren von Forstbändern.  

2. Wie sieht das Geländeprofil aus? Bei steilen Querhängen bieten Forstbänder durch ihre höhere Seitenstabilität deutliche Vorteile. Auf mäßig geneigten und tragfähigen Böden sind Forstketten in der Regel die geeignete Wahl.  

3. Zu welcher Jahreszeit findet der Einsatz statt? Auf gefrorenen oder harten Winterböden sorgen Forstketten für optimale Traktion. In feuchten Übergangszeiten, bei tiefem Pulverschnee oder bei Sommereinsätzen auf sensiblen Böden sind Forstbänder die bessere Lösung. 

4. Welche Umweltauflagen sind einzuhalten? Arbeiten in Gewässernähe oder auf empfindlichen Böden erfordern häufig eine möglichst geringe Bodenbeanspruchung. Forstbänder reduzieren Fahrspuren und Bodenverdichtungen und unterstützen so die Einhaltung entsprechender Vorgaben. 

5. Welche Maschinenklasse kommt zum Einsatz? Wählen Sie die Produktreihe entsprechend Maschinengewicht und Einsatzintensität: 

  • bluetrack essential : Für leichtere Maschinen und Nachrüstungen.
  • bluetrack: Die vielseitige Allround-Lösung für unterschiedlichste Einsatzbedingungen.  
  • bluetrack+: Für schwere Maschinen und besonders anspruchsvolle Einsätze.  

Die Gesamtbetriebskosten im Blick

Forstbänder erfordern anfänglich eine höhere Investition als Forstketten. Für eine fundierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollten jedoch nicht nur die Anschaffungskosten, sondern die gesamten Betriebskosten berücksichtigt werden. 

Forstbänder verlängern die Lebensdauer der Reifen, da sie diese vor direktem Bodenkontakt schützen und den schlupfbedingten Verschleiß reduzieren. Durch die optimierte Anpassung der bluetrack duo-Forstbänder an die Reifenkontur wird zudem das Einsinken der Maschine minimiert. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und steigert gleichzeitig die Produktivität bei der Holzrückung. Darüber hinaus sind Forstbänder materialschonender für die Reifen als Forstketten. 

Ein weiterer Vorteil ist die geringere Bodenbeanspruchung. Weniger Fahrspuren bedeuten geringere Kosten für die Wiederherstellung von Rückewegen sowie ein reduziertes Risiko, gegen Umweltauflagen zu verstoßen. Verhindern Forstbänder darüber hinaus das Festfahren einer Maschine – und damit stundenlange Ausfallzeiten oder kostspielige Bergeeinsätze –, relativiert sich die höhere Anfangsinvestition schnell.

Fazit: Zuerst das Gelände, dann das Produkt  

Erfahrene Forstbetriebe wissen, dass die Wahl der richtigen Traktionslösung keine einmalige Entscheidung ist. Sie richtet sich nach den jeweiligen Einsatzbedingungen und sollte je nach Jahreszeit, Gelände und Bodenverhältnissen regelmäßig neu bewertet werden. 

Forstketten sind die optimale Wahl auf harten, gefrorenen, felsigen oder vereisten Untergründen, bei denen maximale Traktion gefragt ist. Forstbänder spielen ihre Stärken auf weichen, nassen, moorigen oder besonders sensiblen Böden aus, wo Flotation und Bodenschutz im Vordergrund stehen. Viele professionelle Forstbetriebe setzen deshalb beide Systeme ein und wählen je nach Einsatzbedingungen die passende Lösung. 

Mit einem umfangreichen Produktportfolio im Bereich der Forsttechnik – von forstgrip essential und den forstgrip-Forstketten über bluetrack essential und bluetrack bis hin zur Premium-Serie bluetrack+ – bietet pewag für unterschiedlichste Anforderungen die passende Lösung. Ziel ist es, höchste Leistungsfähigkeit, lange Lebensdauer sowie den Schutz von Maschine und Boden miteinander zu verbinden. 

Für jedes Gelände gibt es die passende Lösung – entscheidend ist, die richtige Wahl zu treffen. 


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