Die tatsächlichen Kosten eines Reifenplatzers bei Erdbewegungsmaschinen und wie Reifenschutzketten die Kostenrechnung verändern
Für Betriebsleiter:innen im Bergbau, Fuhrparkmanager:innen und Einkaufsleiter:innen
Stellen Sie sich folgendes Szenanrio vor: Es ist mitten in der Schicht in einem Kupfertagebau. Ein großer Radlader ist in der Grube komplett zum Stillstand gekommen. Nicht nur verzögert – vollständig außer Betrieb. Ein Reifenplatzer hat ihn außer Betrieb gesetzt, und innerhalb weniger Minuten machen sich die Auswirkungen bereits entlang der gesamten Produktionskette bemerkbar: Die Leistung des Brechers sinkt, das Förderband ist nicht mehr ausgelastet, und die nachgelagerte Aufbereitungsanlage arbeitet unter ihrer Kapazität.
Der erste Gedanke der Betriebsleitung gilt meist den Kosten des Reifens. Damit scheint die Rechnung zunächst klar zu sein: Einen Ersatzreifen bestellen, die Maschine wieder in Betrieb nehmen und die Kosten akzeptieren.
Hier liegt das Problem: Der Ersatzreifen ist nur der erste Posten der tatsächlichen Kostenrechnung. Die Gesamtkosten eines ungeplanten Reifenplatzers bei einem Erdbewegungsfahrzeug liegen um ein Vielfaches höher, und werden von den meisten Betrieben erheblich unterschätzt. Erst wenn die tatsächlichen Gesamtkosten bekannt sind, wird deutlich, dass die Investition in Reifenschutzketten wirtschaftlich eindeutig sinnvoll ist.
Dieser Beitrag wird sämtliche Bestandteile der tatsächlichen Kosten beleuchten und aufzeigen, wie Reifenschutzketten von pewag diese Kostenrechnung grundlegend verändern.
Die sichtbaren Kosten, die jeder kennt – und dennoch unterschätzt
Beginnen wir mit dem Kostenfaktor, den die meisten Verantwortlichen zuerst betrachten: dem Kaufpreis des Reifens.
Bergbaureifen kosten in der Regel mehr als 44.000 Euro pro Stück. Ein typischer Radlader ist mit vier Reifen ausgestattet, sodass ein kompletter Reifensatz für einen großen Lader Kosten in Höhe von ca. 176.000 Euro verursacht.
Das eigentliche Problem ist jedoch, wie häufig Reifen ersetzt werden müssen. Ein unzureichendes Reifenmanagement kann die Lebensdauer um 30–50 % verkürzen, wodurch sich die jährlichen Kosten für ungeplante Ersatzbeschaffungen an großen Standorten einem siebenstelligen Betrag nähern können. Ein gut gewarteter Reifen hat eine erwartete Lebensdauer von 9.000 bis 12.000 Stunden; unter ungünstigen Einsatzbedingungen kann diese erwartete Lebensdauer jedoch deutlich unterschritten werden.
Dann ist da noch die Verfügbarkeit. Das weltweite Angebot an Spezialreifen für Bergbaumaschinen ist eingeschränkt. Ein Reifenplatzer verursacht daher nicht nur Kosten für den Ersatzreifen, sondern auch erhebliche Ausfallzeiten aufgrund langer Lieferfristen. Eine Notfallbeschaffung in einem angespannten Markt kann den Produktionsausfall um Wochen verlängern und treibt die Kosten in die Höhe.
Die versteckten Kosten, die auf keinem Reparaturauftrag erscheinen
Hier entstehen erhebliche Kosten, die von vielen Betrieben nicht ausreichend analysiert werden.
Produktionsausfälle: der größte Kostenfaktor
Für den Betrieb verursacht jede Stunde ungeplanter Ausfallzeit direkte Produktionskosten zwischen 4.400 und 17.600 Euro. In der Bergbauindustrie betragen die ungeplanten Ausfallzeiten im Durchschnitt 8,7 Tage pro Jahr. Am oberen Ende dieser Kostenspanne bedeutet ein einziger Lader, der zwei Tage lang aufgrund eines Reifenplatzers ausfällt, allein durch die Ausfallzeit einen Produktionsverlust von ca. 422.300 Euro.
Der Dominoeffekt
Der Ausfall eines einzelnen Laders betrifft nicht nur die Maschine selbst. In einem integrierten Tagebaubetrieb wirkt sich der Ausfall auf sämtliche nachgelagerte Systeme und Prozesse aus. Die Leistung der Brecher sinkt. Förderbänder laufen mit geringer Auslastung. Aufbereitungsanlagen arbeiten unter ihrer Kapazitätsgrenze. Berücksichtigt man die Dominoeffekte entlang der gesamten Produktionskette, kann ein größerer Maschinenausfall Produktionsverluste von bis zu 1,76 Millionen Euro verursachen. Eine Maschine. Ein Reifenplatzer. Eine Schicht.
Arbeitsaufwand: Der Reifenwechsel, den niemand richtig einkalkuliert
Der Reifenwechsel an einem Großradlader der Ultra-Klasse ist keine schnelle Angelegenheit. Je nach Position und Zugänglichkeit kann er bis zu acht Stunden dauern und erfordert ein spezialisiertes Team. Die hierfür anfallenden Arbeitskosten erhöhen die Kosten des Reifenwechsels zusätzlich. Hinzu kommt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für das eingesetzte Personal.
Reifenbezogene Wartungsarbeiten an Schwermaschinen weisen im Vergleich zu anderen Wartungsarbeiten ein überproportional hohes Risiko tödlicher Unfälle auf; das Risiko eines tödlichen Unfalls ist dabei bis zu 10-mal höher als bei anderen Wartungsaufgaben an Maschinen. Jeder ungeplante Reifenplatzer ist daher nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein sicherheitsrelevantes Ereignis.
Aufschlag bei Notfallbeschaffung
Ein ungeplanter Reifenplatzer lässt Betriebsleitenden meist kaum Zeit, Reifen über die regulären Einkaufskanäle zu beziehen. Notfallbeschaffungen sind gegenüber geplanten Einkaufspreisen zudem mit erheblichen Aufschlägen verbunden. Bei einem Reifen, der ohnehin schon mindestens 44.000 Euro kostet, führt selbst ein moderater prozentualer Aufschlag zu erheblichen Mehrkosten.
Die indirekten Kosten des Maschinenstillstands
Während die Maschine aufgrund des Reifenwechsels stillsteht, verursacht das gebundene Kapital weiterhin Kosten, ohne produktiv eingesetzt zu werden. Eine solche Maschine ist ein Investitionsgut im Wert von 4,40–7,04 Millionen Euro. Eine gut gewartete Baumaschine hat eine operative Lebensdauer von 100.000–150.000 Stunden; schlechte Wartung und ungeplante Ausfälle können die Leistung um 30–50 % verringern und einen Austausch 1–2 Jahre vor dem geplanten Zeitpunkt erforderlich machen. Das kann zusätzliche Kosten von 4,40–5,28 Millionen Euro pro Einheit bedeuten.
Berechnung der tatsächlichen Kosten eines einzelnen Reifenplatzers
Die folgende Tabelle fasst die Kostenkomponenten anhand eines Beispielszenarios zusammen: ein einzelner ungeplanter Reifenplatzer an einer Baumaschine in einem Tagebaubergwerk. Die Zahlen stammen aus veröffentlichten Branchendaten und werden als Spannen dargestellt.
| Kostenkomponente | Beispielspanne |
|---|---|
| Ersatzreifen (Kaufpreis) | 35.200–66.000 Euro |
| Aufschlag für Notfallbeschaffung | 4.400–13.200 Euro |
| Arbeitskosten für den Reifenwechsel (8 Std., Fachpersonal) | 1.800–4.400 Euro |
| Produktionsausfall (Lkw außer Betrieb, 1–2 Tage) | 35.200–88.000 Euro |
| Folgeverluste durch Produktionsausfall (Brecher, Förderband, Anlage) | 17.600–70.400 Euro |
| Kosten für stillstehendes Kapital des Lkw-Bestands | Schwer zu beziffern |
| Plausibler Gesamtbetrag pro Vorfall | 94.100–241.000 Euro |
Ein einzelner Standort, an dem monatlich mehrere ungeplante Reifenpannen auftreten, kann allein durch Reifenschäden schnell jährliche Verluste im siebenstelligen Bereich erleiden. In einem dokumentierten Fall in einer südafrikanischen Platinmine beliefen sich die Kosten für ungeplante Reifenaustausche in einem einzigen Jahr auf 1,58 Millionen Euro.
Wie Reifenschutzketten die Kostenrechnung grundlegend verändern
Betrachtet man die tatsächlichen Gesamtkosten eines Reifenplatzers, wird deutlich, dass sich der Einsatz von hochwertigen Reifenschutzketten nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich klar rechnet.
Der Faktor für eine längere Reifenlebensdauer
Die Kernfunktion einer Reifenschutzkette besteht darin, ein schützendes Stahlgeflecht zwischen Reifen und Untergrund zu platzieren. Dieses Geflecht absorbiert und verteilt die Aufprallkräfte scharfkantiger Steine, Metallteile und abrasiver Oberflächen.
Die Auswirkungen auf die Reifenlebensdauer sind erheblich. Unternehmen aus dem Bergbau, dem Steinbruchbetrieb und der schweren Erdbewegung berichten regelmäßig, dass sich die Reifenlebensdauer durch den Einsatz von Reifenschutzketten um 200–300 % verlängert. In einer unabhängig dokumentierten Fallstudie aus einem Kalksteinbruch stieg die Lebensdauer der Reifen eines Radladers nach der Installation von Reifenschutzketten von 1.200 Stunden auf 12.000 Stunden – eine Verzehnfachung –, während die Reifenkosten pro Betriebsstunde um 78 % sanken.
Was bedeutet das für einen Reifensatz im Wert von 263.900 Euro? Verlängern Reifenschutzketten die Nutzungsdauer eines Reifensatzes um das 3- bis 5-Fache, sinken die Reifenkosten pro Betriebsstunde auf einen Bruchteil der Kosten ungeschützter Reifen – häufig sogar auf ein Niveau unterhalb der anteiligen Kosten der Reifenschutzketten.
Vermeidung von Reifenplatzern, nicht nur Verschleißreduzierung
Die Reduzierung des Verschleißes bietet bereits einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil. Noch entscheidender ist jedoch die Vermeidung plötzlicher, schwerwiegender Reifenausfälle, die Kosten von 94.100 bis über 241.900 Euro verursachen können.
pewag-Reifenschutzketten umhüllen sowohl die Lauffläche als auch die Seitenwand des Reifens mit einem Stahlgeflecht, das Stöße ablenkt und deren Energie absorbiert, bevor scharfkantige Steine oder Fremdkörper den Gummi erreichen. Im Tagebau schützen sie vor scharfen Gesteinsoberflächen und Geröll, die zu sofortigen strukturellen Schäden führen. Im Untertagebau und beim Tunnelbau schützen sie vor dem Kontakt mit Tunnelwänden und abrasiven Bodenoberflächen. Im Untertagebau und beim Tunnelbau schützen sie vor dem Kontakt mit Tunnelwänden und abrasiven Bodenoberflächen. schützen sie vor dem Kontakt mit Tunnelwänden und abrasiven Bodenoberflächen. Im Einsatz auf Schlackenhalden tragen sie dazu bei, die strukturelle Integrität der Reifen zu erhalten – selbst unter Einsatzbedingungen, bei denen Reifen ohne zusätzlichen Schutz häufig beschädigt werden oder vorzeitig ausfallen.
Der Kraftstoff- und Traktionsvorteil
Ein geschützter Reifen behält während seiner verlängerten Lebensdauer eine gleichmäßige Kontaktfläche und zuverlässige Traktion. Bessere Traktion bedeutet weniger Radschlupf und einen geringeren Kraftstoffverbrauch pro Fahrzyklus. Für eine Flotte, die das ganze Jahr über rund um die Uhr im Transportbetrieb eingesetzt wird, stellt die kumulierte Kraftstoffeinsparung zusätzlich zum Reifenschutz selbst einen erheblichen betrieblichen Vorteil dar.
Praxiserfahrungen zur Kostensenkung
Dokumentierte Praxiseinsätze zeigen wiederholt messbare finanzielle Vorteile:
- In einem Bergbaubetrieb verlängerte sich die Lebensdauer der Reifen um 40 % und die Kosten für den Reifenersatz sanken um 50 %, nachdem Reifenschutzketten eingesetzt wurden.
- Eine Flotte von Schwermaschinen, die unter rauen Bodenbedingungen im Einsatz war, reduzierte nach der Montage der Ketten die monatliche Wartungszeit um 35 % und steigerte die Produktionskapazität um 20 %.
- In bestimmten Bergbauumgebungen senken RSK die Betriebskosten pro Tonne nachweislich um bis zu 76 %, was sie zu einer der Investitionen in Verbrauchsmaterialien mit dem höchsten ROI macht, die einem Bergbaubetrieb zur Verfügung stehen.
Die Sicherheitsdimension: Kosten, die sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen
Hinter jeder wirtschaftlichen Kennzahl steht auch ein sicherheitsrelevanter Aspekt. Reifenbezogene Wartungsarbeiten an Schwermaschinen zählen zu den gefährlichsten Tätigkeiten in Bergbaubetrieben. Das Risiko eines tödlichen Unfalls kann dabei bis zu 10-mal höher sein als bei anderen Wartungsarbeiten.
Weniger Reifenpannen bedeuten weniger Notfall-Reifenwechsel. Weniger Notfall-Reifenwechsel bedeuten, dass weniger Personal unter ungeplanten Bedingungen in den Abbau geschickt wird – mit weniger Vorbereitungszeit und größerem Druck, die Produktion schnell wiederherzustellen. Der Sicherheitsaspekt ist untrennbar mit dem wirtschaftlichen Nutzen verbunden.
Für Betriebe mit ESG-Verpflichtungen und Sorgfaltspflichten – die bei Beschaffungsentscheidungen institutioneller Bergbaukonzerne zunehmend eine zentrale Rolle spielen – ist dieser Aspekt nicht nebensächlich. Er ist Teil des zentralen Wertversprechens.
So begründen Sie die Investition in Reifenschutzketten intern
Für Personen, die die Investition in Reifenschutzketten gegenüber Finanzdirektor:innen oder Betriebsleiter:innen rechtfertigen müssen, eignet sich ein einfaches Schema:
- Berechnen Sie die durchschnittliche Anzahl ungeplanter Reifenpannen, die an Ihrem Standort in den letzten 12 Monaten aufgetreten sind. Die meisten Betriebe verfügen über diese Daten in ihren Wartungsunterlagen.
- Legen Sie anhand der oben genannten Komponenten konservative Gesamtkosten pro Vorfall zugrunde. Setzen Sie 94.100 Euro als konservativen Mindestwert an und passen Sie diesen nach oben an, um Ihrer Flottengröße und der Art des Betriebs Rechnung zu tragen.
- Ermitteln Sie die Kosten eines pewag-Reifenschutzketten-Sets für Ihre Flottenkonfiguration und die jeweiligen Einsatzbedingungen. Das pewag-Fachteam stellt Ihnen die entsprechenden Informationen gerne zur Verfügung.
- Vergleichen Sie. In den meisten Fällen deckt ein einziger vermiedener Reifenplatzer bereits die jährlichen Kosten der Reifenschutzketten.
Reifenschutzketten erfordern zweifellos eine anfängliche Investition. Der Einsatz von Reifenschutzketten kann die Reifenkosten am Standort jedoch um bis zu 50 % reduzieren. Bereits die Vermeidung eines einzigen schwerwiegenden Reifenschadens kann ausreichen, um die Investitionskosten auszugleichen und eine Amortisation innerhalb weniger Tage zu ermöglichen.
Fazit
Ein Reifenplatzer kostet weit mehr als nur den Reifen selbst. Berücksichtigt man Ausfallzeiten, sich daraus ergebende Produktionsausfälle, Arbeitskosten, Notfallbeschaffungen und die sich verstärkenden Auswirkungen auf eine Anlage im Wert von mehreren Millionen Euro, bewegen sich die tatsächlichen Kosten pro Vorfall in einer Größenordnung von 94.100–241.900 Euro.
Reifenschutzketten verhindern nicht alle Reifenschäden. Sie reduzieren insbesondere das Risiko jener plötzlichen, schwerwiegenden Ausfälle, die sechsstellige Kosten verursachen können, und verlängern gleichzeitig die Lebensdauer der Reifen so stark, dass sich die Reifenkosten pro Betriebsstunde grundlegend verändern.
Die Frage ist nicht, ob Sie sich den Einsatz von Reifenschutzketten leisten können. Die Frage ist, ob Sie es sich leisten können, darauf zu verzichten.
Möchten Sie herausfinden, welche Reifenschutzketten für Ihre Flotte und Ihre Einsatzbedingungen geeignet sind? Wenden Sie sich an das pewag-Fachteam, informieren Sie sich über unser Produktsortiment oder laden Sie den pewag Reifenschutzkatalog herunter.
Discover More
Dieser Artikel zeigt die entscheidenden Auswahlkriterien auf, wenn es um die Entscheidung zwischen Forstketten oder Forstbändern geht.
Der aktualisierte pewag-Katalog für Förderketten steht ab sofort zum Herunterladen bereit. Entdecken Sie, was er zu bieten hat.
Der Austausch der Kette bei einem Kettenzug kann die Lebensdauer Ihres Kettenzugs verlängern und Ihnen Geld sparen.