Wachstum - keine Selbstverständlichkeit

Im letzten Jahr hatte ich in diesem Medium das Thema „Beyond the limits“ angesprochen. Offensichtlich nicht unbegründet, denn jede und jeder Einzelne von Ihnen war gefordert, viele mussten ihre „Komfortzone“ verlassen und sie sind wohl nicht nur einmal an ihre Grenzen gegangen. Auch wenn wir heute noch nicht alle Erfolge sehen, so bin ich überzeugt, dass sich diese bald nachhaltig zeigen werden.

Lassen sie mich einen Blick nach vorne werfen, aber auch kurz innehalten und das Jahr 2018 mit  einigen wenigen Sätzen Revue passieren. Über unsere Niederlassungen und Vertriebspartner konnten wir in vielen Märkten unsere Position behaupten oder ausbauen auch wenn diese Anstrengungen etwas überschattet waren von einer angespannten Liefersituation die uns vor allem in der ersten Jahreshälfte begleitete. Das Team in Vamberk hat mit großem Einsatz viele „Hochlaufprobleme“ im neuen Werk gemeistert, es sind aber noch einige Maßnahmen notwendig, um das volle Potential dieses Standortes auszuschöpfen. Der Transfer der rostfreien Endloskettenproduktion in den Standort nach Frankreich (CLI) gelang mustergültig, die Verlagerung und Konzentration der Anschlagkettenkettenproduktion von Kapfenberg nach Vamberk ist fast abgeschlossen und wird bis Mitte des Jahres 2019 (bis auf wenige Ausnahmen) für alle Güteklassen erfolgt sein.

Die Automatisierungsinitiative auch in der Komponentenfertigung wurde eingeleitet und wird im kommenden Jahr mit wesentlichen Investitionen verstärkt fortgesetzt. Diese Maßnahmen sind notwendig um in einem stetig veränderten Marktumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur so werden wir uns auch morgen in einem von Verdrängung geprägten Wettbewerb behaupten können, vor allem aber nachhaltiges Wachstum gewährleisten.

Apropos Wachstum: Die Wirtschaftsprognosen sprechen ja von einer Abflachung des Wachstums, dennoch bin ich überzeugt, dass wir als pewag überproportional wachsen können. Dafür haben wir uns produktionsseitig im Konzern gut aufgestellt, Supply Chain und Verfügbarkeit der (richtigen) Produkte wird sich noch um einiges verbessern (müssen) – so können und werden wir unsere Marktstellung als Qualitätsanbieter behaupten – ich bin mir sicher, dass wir den eingeschlagenen Weg erfolgreich gehen werden und damit auch die vertriebsseitigen Initiativen unterstützen. Flexibilität, Kostenbewusstsein in Produktion, hoher Liefergrad in der Supply Chain und exzellentes Service an den Kunden wird wichtiger denn je um auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können.  Wachstum ist keine Selbstverständlichkeit, kein „Perpetuum mobile“ das sich so einfach einstellt,  dafür müssen wir etwas tun, um auch morgen erfolgreich zu sein. Die Voraussetzungen dafür haben wir auch vertriebsseitig in den letzten Monaten geschaffen und werden diese eingeleiteten Schwerpunkte mit Fokus weiterverfolgen – einerseits mit Initiativen in unseren Niederlassungen aber auch durch gezieltes Business Development in einzelnen Marktregionen und Marktsegmenten. Da erwarte ich mir neue zusätzliche Impulse.

Ein weiteres Thema das uns alle nicht erst seit gestern beschäftigt ist das der Digitalisierung. Das Digitale ist mittlerweile Teil unseres (persönlichen) Alltags – und auch als Unternehmen haben wir uns darauf eingestimmt und werden uns der Digitalisierung und ihrer Möglichkeiten ganz bewusst und verstärkt annehmen.

Egal ob bei Produkten (levo), Service (peTAG), Technologie und Verfahren oder Organisation, die Digitalisierung öffnet den Raum für Neues.

Ein weiteres simples Beispiel was Digitalisierung ermöglicht ist dieser (mein) Beitrag in der pewag times den sie gerade lesen. Ganz ehrlich gesagt konnte ich meinen Beitrag zu Redaktionsschluss nicht termingerecht abgeben und so eröffnete mir das digitale Medium (und Dieter Haas) den Artikel in der pewag times (digital) doch noch zu veröffentlichen.

Ich habe zur Digitalisierung / Industrie 4.0 erst kürzlich wieder einen interessanten Beitrag gelesen. Eine der Thesen im erwähnten Beitrag ist auch für mich ganz zentral und zwar: Im digitalen Wandel wird die Frage nach der Identität eines Unternehmens zur entscheidenden Frage. Digitalisierung braucht die Orientierung an der eigenen Identität.  „Amazon ist nicht alles“ so der Autor – je komplexer und unübersichtlich sich die digitale Welt gestaltet, desto wichtiger ist es für Unternehmen, eine klare Antwort zu entwickeln auf die Frage: Was können, was wollen wir wirklich? Welche langfristige Strategie verfolgen wir? Dabei gilt es zunächst die eigene Identität , die eigene Vision zu schärfen und den (digitalen) unternehmensspezifischen Future-Code zu erkennen. Erst dann sind Unternehmen keine Opfer, sondern Schöpfer und Gestalter des Digitalen und werden vom Zuschauer zum Gestalter der Digitalisierung. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Stärken und Herausforderungen. Dies zu verstehen und fokussiert anzugehen wird künftig eine Schlüsselfähigkeit für Erfolg in der digitalen Ökonomie sein. Denn die digitale Orientierung besteht nicht in der Nachahmung nach dem „GAFA“-Muster (Google, Amazon, Facebook, Apple) sondern in der Besinnung auf die ureigenen Antriebe und Potenziale eines Unternehmens. Was gut für Amazon ist, muss nicht gut sein für einen modernen Mittelständler. Erst dann kann auch der Schritt nach außen gelingen: der Aufbau nachhaltiger Beziehungen mit Kunden und Partnern und die Gestaltung bereichernder User-Experiences.

Auch hier bestimmt die Identität des Unternehmens das digitale Programm: Nur Organisationen, die Mensch und Maschine nicht als Konkurrenz sehen, sondern als Partner mit komplementären Stärken, sind auch in der Lage, technologische Potenziale zu erkennen und zu nutzen. Die digitale Welt kann nicht beherrscht werden. Aber der bewusste Einsatz digitaler Technologien kann helfen, ihre Möglichkeiten zu nutzen und außergewöhnliches zu kreieren.

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, Ihnen allen für Ihren enormen Einsatz zu danken und denen die „enger“ mit mir zusammenarbeiten, dafür danken, dass sie mich so ertragen wie ich bin. Ich wünsche Ihnen und ihren Familien ein besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest und viel Erfolg im neuen Jahr.

Lassen sie uns gemeinsam die Zukunft  gestalten denn wenn großartige Menschen zusammenkommen kann auch Großartiges entstehen, wir müssen nur dranbleiben. 

Ihr

Stefan Duller